Vor ziemlich genau einem Jahr habe ich mir bei einem x-beliebigen Kleidungsgeschäft einen Wintermantel gekauft. Ich habe ihn geliebt - rostorange, Dufflecoat-Schnitt, Kapuze. Ein Jahr später kann ich ihn leider gar nicht mehr tragen. Der Stoff ist schon ganz schäbig, es bilden sich diese kleinen Wuzln (wie nennt man die denn???) und an den Nähten ist er schon richtig abgeschabt, als hätte ich ihn einmal ordentlich durch Staub und Dreck gezogen...
Also war eines klar: Ich brauche einen neuen Mantel! Und weil es das, was ich mir vorstelle natürlich nicht gibt bzw. nicht in meiner Preisklasse liegt, habe ich nach einem Schnittmuster gesucht.
Ziemlich schnell habe ich dann meinen Traumschnitt gefunden: der
Cascade Duffle Coat von Grainline Studio.
Als Oberstoff habe ich mir einen karminroten Walkloden bei stoffe.de bestellt. Das Futter ist ein blau-roter Schotten-Plaid. Ein fein warmer, kuscheliger Wollstoff. Nur an den Armen habe ich Flutschi-Futter in Rot genommen, weil ich es gar nicht ausstehen kann, wenn im Mantel die Pulloverärmel hochkrabbeln.
Von dem Tag, an dem der Stoff geliefert kam bis zum fertigen Mantel waren es nur 10 Tage!!! Ich kann es selbst kaum glauben, dass das so schnell geklappt hat.
Naja, vielleicht war es auch ganz hilfreich, dass es derzeit richtig richtig eisig kalt bei uns ist und ich mit meinem alten schäbigen Mantel nicht mehr vor die Tür will
Anfangs hatte ich schon etwas Bammel vor diesem Riesenunterfangen - ein Mantel! Alleine die Schnitteile ausdrucken, kleben und ausschneiden hat eine gefühlte Ewigkeit gedauert. Und während dem Stoffzuschnitt war der Wohnzimmerboden blockiert
Aber erstaunlicherweise war es gar nicht so kompliziert. Viele viele Teile - das kenne ich vom Taschennähen! Viele Lagen ebenfalls... Wobei beim Zusammennähen von Futter und Außenmantel waren es doch einige Lagen unter meinem Nähfüßchen. Gut dass ich es extra hoch anheben kann und einen Obertransport habe
Grundsätzlich hatte ich also keine Probleme beim Nähen. Die Anleitung ist super und mit dem Sew-Along, den es dazu gibt, kann eigentlich nichts mehr schief gehen.
Ein bisschen gekiefelt habe ich aber beim Einreihen der Ärmel. Ich hab sowas noch nie gemacht und besonders beim Futter mit dem Flutschi-Stoff (der auch noch extrem gefranst hat) war das ne Plackerei.
Ein bisschen tricky war auch das Reißverschlussband. Aber da hab ich es mir selbst schwer gemacht, weil ich wollte, dass die Linien vom Plaid genau weiter führen...
Richtig easy waren dafür die Toggles (man... schon wieder weiß ich kein deutsches Wort dafür... diese englischen Anleitungen... ) Ich habe sogar passende dunkelblaue Knöpfe bekommen und dunkelblaue Kordel verwendet. Mit der habe ich zusätzlich dann auch noch einen Aufhänger gemacht. Die Lederpatches sind aus blauem, strukturierten Kunstleder. Ich habe sie statt halbrund dreieckig gemacht und dadurch waren sie recht einfach anzubringen.
Die Passform finde ich in Ordnung. Ich hab nix verändert und auch kein Probeteil genäht
Ich passe - bis auf die Taille - genau in die Größe 12 von Grainline Studio.
Im Nachhinein hätte ich wohl auch Größe 10 nähen können, denn der Mantel ist schon recht weit. Aber ich mag das auch ganz gerne bei Mänteln, die müssen wie ich finde nicht so eng sein. Kann man mehr drunter tragen wenn es richtig kalt ist... Und außerdem ist es ja auch ein A-Linien-Schnitt.
Die Länge passt bei mir genau und auch bei der Armlänge musste ich gar nichts verändern. Was eigenartig ist, weil ich doch recht klein bin.
Anfangs dachte ich, dass die Schultern viel zu weit sein werden oder ich zumindest Schulterpolster brauche. Aber durch die Kapuze kriegt das wieder gut Balance.
Ich kann den Schnitt wirklich weiterempfehlen! Mein erster Mantel hat zwar noch minimale Schönheitsfehlerchen wenn man ganz genau hin schaut. Aber mich stört das nicht und ich finde, für mein erstes Projekt in dieser Größenordnung ist er doch ganz gut geworden!
Jetzt schau ich mal, was die anderen Bloggerinnen beim
MeMadeMittwoch so anhaben.
Und dann guck ich auch gleich noch, was es bei
Create in Austria so neues gibt.
Liebe, eisige Grüße
Caroline